gegründet 1886
Wieder ist ein Studienjahr vorbei – nun geht es ab die Ferien. Dazwischen gibt es in unregelmäßigen Abständen legere Grillabende auf der Schlossbergterrasse unseres Hauses oder bei Bundesbrüdern in deren Gärten und Besuche bei weit entfernt wohnenden Bundesbrüdern, denen es nicht immer möglich ist, an den Veranstaltungen in Graz teilzunehmen.
Ist die Burschenschaft eine konservative Bewegung – oder vielmehr eine revolutionäre?
Die Burschenschaft wurzelt nicht in bloßer Bewahrung, sondern im Streben nach einer Erneuerung. Sie verkörpert weder einen Konservativismus aus Angst oder Resignation noch einen sozialutopischen Revolutionismus. Vielmehr steht sie mit ihren überzeitlichen Werten von Ehre, Freiheit und Vaterland für eine Gegenkultur und Ordnung, die einst zur Erneuerung Deutschlands und Europas beitrug – und dies auch heute und in Zukunft tun kann
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Der bloß Konservative blickt in die Vergangenheit – wir als Burschenschafter aber glauben an die Zukunft. Diese Bestimmung zu finden, dem eigenen Dasein Sinn zu geben – darin kann die Burschenschaft jungen Menschen eine Orientierung bieten. Nicht, weil sie im landläufigen Sinne konservativ ist, weil ihre Mitglieder Anzüge und bunte Mützen aus dem 19. Jahrhundert tragen, sondern weil sie den Charakter formt, weil sich in ihr der Mut fürs Leben stählt.
Die Burschenschaft ist weder eine konservative noch eine revolutionäre Bewegung, sondern eine fortschrittliche – basierend auf der Vergangenheit mit Blick in die Zukunft.
(siehe auch Dr. Stefan Lakonig, Wiener Burschenschaft Albia in https://burschenschaft.de/epaper12/index.html#26)
Dipl.-Ing. Dr. techn. Harald Weinländer
*1941 + 2024
Der Grundsatz der Freiheit fordert von jedem Mitglied der Burschenschaft, dass es sich selbst die innere Freiheit des Geistes erwirbt, das heißt, es soll frei werden von Vorurteilen, unabhängig und selbständig im Denken und freimütig und tatkräftig im Vertreten seiner Meinung unter Wahrung der Rechte Andersdenkender.
Die persönliche Freiheit besteht im Recht des Einzelnen, sich frei zu entwickeln, auszubilden und zu handeln, solange dadurch nicht die Freiheit anderer beeinträchtigt wird.
Die politische Freiheit bedeutet die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, die Selbstregierung des Volkes im Rahmen der Verfassung, sowie das Recht jedes Volkes auf seine angestammte Heimat.
Unter akademischer Freiheit versteht die Burschenschaft die Freiheit der Forschung, der Lehre und des Lernens.
Der Grundsatz der Ehre fordert von jedem Mitglied der Burschenschaft eine aufrechte Haltung im Denken, Reden und Handeln.
Die Würde und Ehre des Menschen zu achten und zu schützen ist seine Pflicht.
Das Vaterland ist die geistig-kulturelle Gemeinschaft des deutschen Volkes, ohne Berücksichtigung von Staaten und Regierungsformen.
Das Volk ist die Gemeinschaft, die durch gleiche geschichtliche Entwicklung, gleiche Kultur, verwandtes Brauchtum und gleiche Sprache entstanden ist.
Die Burschenschaft fordert von ihren Mitgliedern das Bekenntnis zum Deutschen Volk.
Das Eintreten für unser Volk bedeutet aber auch die Bereitschaft zur Verteidigung desselben.
Der Erhalt und der Schutz unseres Lebensraumes ist Aufgabe der Burschenschaft.
In der deutschen Sprache gibt es ein natürliches Geschlecht (Sexus) und ein grammatisches Geschlecht (Genus). Beides wird von feministischen Linguistinnen gerne verwechselt, um nicht zu sagen: wild durcheinandergeworfen. Dabei können auch sprachwissenschaftliche Laien, wenn ihr Blick nicht ideologisch getrübt ist, den Unterschied leicht erkennen.
Erstens nämlich gibt es drei Genusformen (maskulin, feminin, neutrum), aber nur zwei biologische Geschlechter (männlich und weiblich). Zweitens wird das Genus auch für Objekte ohne jede erkennbare Parallele zum natürlichen Geschlecht verwendet: der Herd, die Straße oder das Buch. Auch dass der Busen maskulin, die Eichel feminin und das Glied neutrum sind, beruht ganz offensichtlich nicht auf irgendwelchen biologischen Hintergründen.