Literatur

Wolfgang Laserer   „Wilde Jahre“

Der autobiografische Roman „Wilde Jahre“ (2007) gibt einen Einblick in das waffenstudentische Leben des Burschenschafters Adrian Landser, eines Medizinstudenten aus Graz mit seinen Höhen, Höhenmessern (Landser ist begeisterter Bergsteiger) und Tiefen nachzeichnet. Dazu gehört auch die lebhafte Schilderung einer studentischen Fahrt mit dem VW-Käfer über den Balkan in die damals trotz NATO-Partnerschaft verschlossene und in Europa weitgehend unbekannte Türkei, die Landser und Gefährten als wenig zugänglich erleben. Ziel ist die Besteigung des Ararat in Kurdistan – ein abenteuerliches Unterfangen, das zahlreiche brenzlige Situationen für die Studenten heraufbeschwört.
Laserer, Alter Herr der B! Cheruskia, beschränkt sich aber nicht nur auf die schönen und weniger schönen Erfahrung von Jugend und Studentenzeit: Klausurenstress, zu überwindende Prüfungsängste, flüchtige und prägende Liebschaften, manche durchzechte Nacht – sondern, und hier liegt die besondere Stärke des Romans begründet, er illustriert sehr genau und mit spitzem Kommentar die politische Landschaft und Atmosphäre der Sechziger- und Siebzigerjahre in Österreich. So findet die „Ära Kreisky“ mit dem „Sozialismus auf leisem Fuß“ (ausufernder staatlich-öffentlicher Sektor, Parteibuchwirtschaft) ihre kritische Darstellung, ohne allerdings zur generellen Abrechnung in Bausch und Bogen zu werden. 
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass sich Landsers Weg 1974 mit dem jungen Jörg Haider (1950-2008) kreuzt, damals frisch promovierter Jurist und Bundesjugendführer des Ringes Freiheitlicher Jugend. 
Dass in dieser Zeit die aus der Bundesrepublik herüber schwappende 68er-Bewegung bzw. die „Baader-Meinhof-Bande“ auch in Österreich die studentische Jugend bewegte und zur intensiven Auseinandersetzung anregte, stellt Laserer mit Bezug auf die Situation in Österreich eindringlich dar: Der Leser erlebt nächtelange Diskussionen unter Freunden, Familienmitgliedern, Kommilitonen und Bundesbrüdern. So lag es gewissermaßen auf der Hand, dass es dabei zwischen den Vertretern der linksextremen Studentenbewegung und den von ihnen als „natürliche Feinde“ angesehenen konservativen, freiheitlichen Waffenstudenten nicht selten zu Handgreiflichkeiten auf der Straße oder in Grazer Studentenlokalen kam. 
Laserers Studentenroman fügt sich ein in das große literarische Erbe einschlägiger Romane aus dem Beginn des vorigen Jahrhunderts. 
 
Wolfgang Laserer „Wilde Jahre – Roman eines Waffenstudenten“, Selbstverlag 2007, Ausschließlicher Bezug: Dr. Wolfgang Laserer, Fischerndorf 111, A 8992 Altaussee, 25 Euro zzgl. Versand, großzügiger Rabatt bei Mehrfachbestellungen
 
 
Johann Nepomuk v. See „Hallstatt 3313“

Unsere globalisierte Welt im Jahr 3313 im unbarmherzigen Aufeinanderprall von Güte und Niedertracht, Liebe und Hass. Spannend und faszinierend grausam verläuft der Überlebenskampf der Menschheit nach Kriegs- und Klimakatastrophen. Die Zivilisation des 21. Jahrhunderts hat sich durch ihre Hochtechnologie, ihre maßlose Gier die Ausbeutung und Unterdrückung der Dritten Welt und letztlich durch ihren Erfolg selbst vernichtet. Dabei wurden nahezu alle Bodenschätze vergeudet. Drei ganz unterschiedliche Gefährtinnen begeben sich auf einen halsbrecherischen Weg in die Berge um Salz zu suchen, denn nur das inzwischen rare, kostbare weiße Gold kann die überlebenden Rest der Menschheit noch retten.
Diese fiktive Satire reiht sich ein in die Gefolgschaft von George Orwell, und das im Sinne von Karl Valentins Bonmot „Die Zukunft war früher aus besser.“
Johann Nepomuk v. See „Hallstatt 3313“, Selbstverlag 2020, Ausschließlicher Bezug: Dr. Wolfgang Laserer, Fischerndorf 111, A 8992 Altaussee