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Vortrag "Das Schicksal der deutschen Frauen nach 1945"


Im April widmete sich ein Burschenschaftlicher Abend der Thematik  „Das Schicksal der deutschen Frauen nach 1945“.

Vorab wurde das Auditorium mit geschichtlichem Hintergrund und einigen Fakten in die Thematik eingeführt. Die Kriegs- und Wiederaufbaugeneration, welche über die Kriegsjahre berichten kann, wird 66 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges ja  immer älter und weniger. Dennoch gibt es noch einige Personen, die sich an die Nachkriegsjahre erinnern können,  viele aber schweigen.

Dann wurde der Zuhörerschaft ein Einblick in ein Trauma gewährt, welches bis heute nicht bewältigt ist! Viele  junge Frauen, die Jüngsten  erst 13 Jahre alt, hatten in den letzten Kriegstagen und danach ein schreckliches Schicksal zu erleiden.

Als Stalin 1945 zum letzten Schlag gegen Hitlers Reich ausholte, waren Mädchen und Frauen in Berlin und in den deutschen Ostgebieten ein leichter Fang für russische Soldaten und wurden zu tausenden von diesen vergewaltigt und mißbraucht. Unzählige deutsche Frauen wurden darüberhinaus Opfer der Stalinistischen Willkürjustiz.

In diversen Schauprozesse wurden Zahllose nach § 58, StGB der UDSSR verurteilt. Die übliche Strafe war 7-10 Jahre Arbeit in einem Frauenstraflager in Russland. Obwohl manche nach der Wiedervereinigung Deutschlands wieder auf die Beine kamen, konnten Sie nie mehr ein normales Leben führen. Zu DDR-Zeiten gab es keine Therapie. Von den Verletzungen an Körper und Seele, die ihnen durch die Vergewaltigungen zugefügt wurden, wollte niemand etwas hören. Im Osten Deutschlands wurde dieses Thema, das so vielen Frauen auf der Seele brannte, geheim gehalten und tabuisiert. Viele begingen Selbstmord, andere starben an den ihnen zugefügten Qualen. Die Überlebenden waren auf das Schrecklichste traumatisiert und stigmatisiert. Dieses Schicksal wurde zu einem der größten Tabus der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Viele der Opfer sind bis zum heutigen Tag in psychiatrischer Behandlung. Aufgrund des medizinischen Fortschrittes sind die langen Aufenthalte in Nervenheilanstalten vorbei. Schrecken und Tränen sind aber geblieben.

Am deutlichsten wird die propagandistische Behauptung der Befreiung Deutschlands u.a. durch die Sowjetunion durch das Verhalten der vorrückenden Roten Armee, die fleddernd, meuchelnd und schändend bis Berlin und Wien vorgestoßen ist, widerlegt. Die Frauen waren Freiwild der russischen Soldaten. Frei nach dem Flugblatt von Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg, russischer Propagandist, mit der Aufforderung den Rassenhochmut der germanischen Frauen zu brechen und sie als rechtmäßige Beute zu nehmen, wurden allein in Berlin mehr als 110.000 vergewaltigt.Insgesamt waren ca. 2,5 Millionen Frauen betroffen, wovon mehr als zehntausend nicht überlebten! Da niemand ein „Russenkind“ haben wollte wurden in den ersten Nachkriegsmonaten Abtreibungen erlaubt und zu tausenden durchgeführt.

Letztendlich entstand im Zuge des Vortrags ein grausames Gesamtbild jenes entsetzlichen Geschehens, welches in Deutschland und Österreich nahezu verdrängt wurde. Der Vortrag sollte jedoch nicht dazu dienen, um Kriegsverbrechen gegeneinander aufzurechnen, sondern soll das Leid der weiblichen Nachkriegsgeneration dem Vergessen entreißen.

 

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